Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherung – Infos zum Rechtsschutz

© bofotolux - Fotolia.com
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Wo kein Kläger, da auch kein Richter. Ein Credo, das immer wieder gern bemüht wird, wenn es um rechtliche Ansprüche im Alltag geht. Vielleicht haben Sie aber auch schon eine drastischere Formulierung gehört: Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe. Denn auch, wenn Sie vor dem juristischen Hintergrund die Nase vorn haben – ein wirklicher Nutzen lässt sich erst vor Gericht aus dieser Tatsache ziehen. Und Rechtsstreitigkeiten sind mit teils hohen Kosten verbunden.

Letztlich stehen Sie als Streitpartei vor einem nicht unerheblichen finanziellen Risiko. Viele Haushalte trauen sich vor diesem Hintergrund nicht zu rechtlichen Schritten – wenn sie in die eigene Tasche greifen müssen. Aber Sie können diese Lücke schließen – mithilfe der Rechtsschutzversicherung.

Deren Aufgabe besteht für Sie als Versicherungsnehmer in erster Linie darin, den finanziellen Aspekt der Auseinandersetzungen abzusichern. Dazu gehört nicht nur die Tatsache, dass die Rechtsschutzversicherung ihre Anwaltskosten übernimmt, sondern auch die Kosten ihres Verfahrensgegners, falls diese vor Gericht Ihnen zugesprochen werden. Kann eine Rechtsschutzversicherung diese Aufgabe aber überhaupt erfüllen? Und auf welche Punkte sollten Sie besonderen Wert legen, wenn es um den Abschluss einer der Versicherung geht?

Wann greift die Rechtsschutzversicherung?

Eine Rechtsschutzversicherung erweckt im ersten Moment den Eindruck einer weitreichenden Deckung. Sie sollten sich als Versicherungsnehmer davon aber nicht täuschen lassen. Denn in der Rechtsschutzversicherung steckt der Teufel tatsächlich im Detail – oder vielmehr den Versicherungsbedingungen. Denn die Gesellschaften versichern nicht jeden Bereich möglicher Rechtsstreitigkeiten.

Ob Sie sich im Ernstfall auf die Rechtsschutzversicherung verlassen können, hängt davon ab, ob das betreffende Rechtsgebiet zum Geltungsbereich ihres Versicherungsvertrags gehört. Im Rahmen der Rechtsschutzversicherung wird unterschieden zwischen:

  • dem Steuerrecht
  • dem Arbeitsrecht
  • dem Verkehrsrecht
  • dem Familienrecht
  • dem Wohnungs- und Grundstücksrecht
  • dem Strafrecht usw.


Tipp: Der Grundschutz in der Rechtsschutzversicherung umfasst in der Regel nur einige Bereiche, wie beispielsweise Arbeits-, Verkehrs- und Familienrecht. Zusätzliche Rechtsgebiete, in denen Sie auf die Unterstützung durch die Gesellschaften zählen können, lassen sich aber gegen Aufpreis mitversichern.


Es ist durchaus ratsam, den eigentlichen Bedarf vor der Unterschrift unter den Vertrag genau zu prüfen (beispielsweise kommt es im Verkehrs- und Mietrecht schnell zu Auseinandersetzungen). Zudem sollte man als Verbraucher eine Tatsache immer im Hinterkopf behalten: Die Rechtsschutzversicherung unterscheidet in der Regel zwischen Privatleben und Beruf. Juristische Streitigkeiten als Gewerbetreibender sind daher nicht automatisch durch die private Absicherung gedeckt.




Leistungen der Rechtsschutzversicherung

Zu wissen, welche Rechtsgebiete zum Geltungsbereich der eigenen Rechtsschutzversicherung gehören, ist eine Sache. Es kommt in der Praxis aber auch darauf an, welche Leistungen genau zur Absicherung gehören. In der Regel übernehmen die Gesellschaften Kosten für:

  • ihren Anwalt
  • Korrespondenzanwaltsgebühren (wenn zwischen Wohn- und Gerichtsort eine erhebliche Entfernung liegt)
  • die eigentlichen Gerichtsauslagen
  • Schiedsgerichtsverfahren
  • Auslagen von Zeugen
  • Gutachten
  • die Kosten der Gegenseite usw.

Darüber hinaus können auch Reisekosten, Vorschüsse und Kautionsleistungen seitens ihrer Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Sicherheit in Bezug auf die Leistungen erhalten Sie aber letztlich nur durch einen Blick in die Versicherungs- und Tarifbestimmungen.

Kosten der Rechtsschutzversicherung

Grundsätzlich ist für die Prämienberechnung der Umfang der Deckung sowie das versicherte Risiko entscheidend. Eine Tatsache, welche den Vergleich im Bereich der Rechtsschutzversicherung schwierig macht. Wollen Sie nur das Verkehrsrecht absichern, ist der Beitrag deutlich niedriger als im Vergleich zu Kombiprodukten mit Privat- und Berufsrechtsschutz. Je nach Umfang sollten Sie Beträge zwischen 50 bis 200 Euro (oder mehr) pro Jahr für den Rechtsschutz einkalkulieren.


Tipp: Ein Vergleich mehrerer Rechtsschutzversicherungen zahlt sich meistens aus, da zwischen den günstigsten und teuersten Tarifen durchaus mehrere hundert Euro Differenz liegen können.


Was sollte man über die Rechtsschutzversicherung wissen?

Eine Rechtsschutzversicherung kann Sicherheit bedeuten. Als Freikarte sollte man deren Abschluss dennoch nicht ansehen. Einerseits legen Gesellschaften in den Versicherungsbedingungen nicht selten fest, dass Kosten nur bei Aussicht auf Erfolg übernommen werden. Auf der anderen Seite kann die Versicherung eine Kostenübernahme auch dann ablehnen, wenn die Kosten und der angestrebte Erfolg in einem groben Missverhältnis zueinanderstehen.


Tipp: In der Rechtsschutzversicherung gelten mitunter Wartezeiten. Entsteht während dieses Zeitraums ein Versicherungsfall, ist die Gesellschaft nicht verpflichtet, diesen zu übernehmen. Wenn Ihnen ein Rechtsstreit droht, ist der schnelle Abschluss einer Rechtsschutzversicherung also nicht unbedingt die beste Option.


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