Privathaftpflicht Leistungen

Leistungen der Haftpflichtversicherung – Privathaftpflicht Leistungsübersicht

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Eine private Haftpflichtversicherung sollte für jeden Haushalt auch aus Sicht von Verbraucherschützern zum Standard gehören. Der Grund: Über das Bürgerliche Gesetzbuch erlegt der Gesetzgeber jeder Person eine gesetzliche Haftung für Schäden auf. Wer anderen Gesundheitsschäden, einen Schaden an Sachen oder dem Vermögen zufügt, muss demzufolge auch dafür geradestehen. Wenn Sie als Radfahrer beispielsweise im Straßenverkehr aus Unachtsamkeit einen Unfall verursachen, könnte es unter Umständen teuer werden.

Speziell dann, wenn ein gesundheitlicher Dauerschaden vorliegt. Das Problem liegt vor allem in der Tatsache, dass die Haftung in ihrer Höhe nicht beschränkt ist. Je nach Einzelfall kann es zu einer Haftung mit dem gesamten Vermögen kommen. Die Folge wäre der finanzielle Ruin. Die Haftpflichtversicherung soll dagegen schützen. Was übernimmt die Privathaftpflicht aber genau?

Leistungen privater Haftpflichtversicherungen

Grundsätzlich erfasst die Privathaftpflicht mit ihrem Geltungsbereich

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

im Rahmen der gesetzlichen Haftungsbestimmungen. Bereits in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB) der Musterbestimmungen des GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) entsprechend umrissen, taucht die Leistung auch in den Versicherungsbedingungen der einzelnen Gesellschaften auf.

Im Detail gehört dazu nicht allein die Befriedigung der fremden Schadenersatzansprüche. Die Haftpflichtversicherungen prüfen, ob Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer überhaupt gerechtfertigt sind, stellen den Versicherten im Leistungsfall von der Schadenersatzpflicht frei und wehren unberechtigte Forderungen notfalls auch gerichtlich ab.

Ausschlüsse – nicht immer greift die Haftpflicht

Sie als Versicherungsnehmer können sich also entspannt zurücklehnen. Leider ist die Praxis nicht ganz so einfach. Wie in anderen Versicherungsbereichen existieren auch in der Privathaftpflicht diverse Ausschlüsse. Dazu gehören nach den AHB des GDV unter anderem Ansprüche, welche sich aus dem Vertragsrecht ergeben. Ebenfalls nicht versichert sind im Regelfall Schadensereignisse im Zusammenhang mit der beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit, aus Namensrechtsverletzungen oder die durch den Betrieb von Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugen entstehen. Es zahlt sich daher aus, die Versicherungsbedingungen der Gesellschaften vor dem Hintergrund der Ausschlüsse eingehend zu prüfen.

Tipp: Die Haftpflichtversicherung kann ihre Leistungen übrigens nicht nur im Fall geltender Ausschlüsse einschränken. Bereits ein Schuldeingeständnis ohne Zustimmung der Gesellschaften kann zu deutlichen Einschnitten im Ernstfall führen.



Haftpflicht für Haushalt und Familie

Singlehaushalte machen sich um den versicherten Personenkreis in der Haftpflicht kaum Gedanken. Spätestens mit einer Eheschließung oder wenn sich Nachwuchs ankündigt, könnte eine Leistung ihrer Privathaftpflicht an Bedeutung gewinnen. Viele Gesellschaften sichern nicht nur Sie als Versicherungsnehmer ab, sondern die gesamte Familie. Dazu gehören unter anderem:

  • Ehegatten und Lebenspartner
  • Kinder (auch Adoptiv- und Stiefkinder)
  • sowie im Haushalt lebende pflegebedürftige Angehörige.

Hinweis: Schäden, welche Ihnen zum Beispiel durch ihre Kinder zugefügt werden, können nicht durch die Haftpflichtversicherung geregelt werden. Ein solcher Anspruch fällt regelmäßig unter die Ausschlussklauseln.

Was passiert aber in dem Fall, wenn ein Dritter Sie schädigt, dieser aber selbst den Schaden nicht regulieren kann? Für solche Fälle ist der Blick in den eigenen Versicherungsvertrag empfehlenswert. Hier kann mitunter eine sogenannte Forderungsausfalldeckung verankert sein. Haben Sie gegen ihren Unfallgegner erfolglos Ansprüche versucht geltend zu machen, zahlt die eigene Versicherung eine Entschädigung. Es ist allerdings wesentlich, sich an dieser Stelle genau mit den Bedingungen auseinanderzusetzen, unter denen die Forderungsausfalldeckung in Betracht kommt. Solange Sie beispielsweise nicht alle relevanten Rechtsmittel ausgeschöpft haben, kann ihre Versicherung die Entschädigung verneinen.

Was deckt die Privathaftpflicht noch?

Mit den bereits genannten Leistungen deckt die Haftpflichtversicherung ein breites Spektrum ab. Es geht aber noch weiter. So schließen viele Gesellschaften in begrenztem Umfang auch den Bau bzw. Ausbau einer Immobilie mit ein. Allerdings greift dieser Schutz nur bis zu einer gewissen Höhe der Bausumme. Liegt ihr Eigenheimprojekt darüber, wäre an eine Bauherrenhaftpflicht zu denken.

Tipp: Im Rahmen des Versicherungsschutzes für eine selbstgenutzte Immobilie schließt die Privathaftpflicht unter Umständen nicht nur die Bautätigkeit ein, sondern auch die gesetzliche Räum- und Streupflicht, was speziell in schneereichen Regionen sehr von Vorteil sein kann.

Ein Punkt, der im Alltag ebenfalls wichtig sein kann, betrifft den Gefälligkeitsschaden. Wenn Sie Freunde und Verwandte beispielsweise bei Umzügen o. Ä. unterstützen, sind Missgeschicke doppelt ärgerlich. Um für die Hilfsbereitschaft nicht bestraft zu werden, bietet sich im Rahmen der Haftpflicht eine Gefälligkeitsklausel an. In einem solchen Fall deckt die Versicherung den Schaden nämlich auch dann entsprechend der vereinbarten Deckung, wenn Sie eigentlich von der Haftung freigestellt sind.

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