Mietrechtsschutz

Mietrechtsschutz – Infos zur Mietrechtsschutzversicherung

© jaguardo - Fotolia.com
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Das Mietrecht ist in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und umfasst hier mehrere Dutzend Paragrafen. Man könnte also versucht sein anzunehmen, dass Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern eher selten sind. Wie Sie im Alltag vielleicht bereits festgestellt haben, ist eher das Gegenteil der Fall. Streitigkeiten aus diesem Rechtsgebiet gehören zu den Auseinandersetzungen, mit denen sich Gerichte in Deutschland regelmäßig befassen.

Und Ärger liegt meist näher als man im ersten Moment denkt. Fehler in der Jahresendabrechnung für die warmen Mietnebenkosten sind eines der naheliegenden Beispiele. Was passiert aber, wenn Sie ausziehen und plötzlich kommt es zum Streit um das Thema der Schönheitsreparaturen. Behält ihr Vermieter dann noch die Kaution ein, landen die Verfahren schnell vor Gericht.

Es wird aber noch aus anderen Gründen teuer – wenn Sie auf dem Balkon gegrillt haben und sich durch eine Abmahnung ungerecht behandelt fühlen. Wer trägt aber die Kosten für Rechtsstreitigkeiten? Generell sind Sie für die Anwaltsgebühren usw. zuständig. Mit einer Mietrechtsschutzversicherung wissen Sie zumindest einen Partner im Rücken. Denn mithilfe der Versicherung können Sie das finanzielle Risiko einer juristischen Auseinandersetzung mit ihrem Vermieter im Rahmen halten.

Was deckt die Mietrechtsschutzversicherung?

Grundsätzlich orientieren sich die Leistungen aus ihrer Mietrechtsschutzversicherung an den Versicherungsbedingungen bzw. den Bestimmungen zu ihrem Tarif (in der Regel wird der Mietrechtsschutz in den Rahmen der „klassischen“ Rechtsschutzversicherung eingebettet, kann u. U. aber auch separat abgeschlossen werden). Und genau hier beginnt bereits die Krux. Denn die Unterschiede können durchaus beträchtlich sein. Dennoch gilt, dass einige grundlegende Leistungen in einer Mietrechtsschutzversicherung immer versichert sein sollten. Dazu gehört auf der einen Seite, dass die Gesellschaft nicht nur Auslagen für den eigenen Anwalt und Sachverständige übernimmt.


Tipp: Je nach Tarif kann die Höhe der Versicherungssumme variieren. Zudem wird für einige Teilbereiche im Rechtsschutz gern eine Summendeckelung benutzt. Achten Sie daher darauf, für welchen Mietrechtsschutz die Entscheidung fällt.


Auch die Gerichtskosten sind in der Regel ein Bestandteil ihrer Mietrechtsschutzversicherung. Und selbst wenn das Verfahren wider Erwarten nicht in ihrem Sinne ausgehen sollte – der Mietrechtsschutz greift auch in diesem Fall. Normalerweise werden im Rahmen einer Rechtsschutzversicherung auch die Kosten der Gegenseite mitgedeckt, wenn Sie diese tragen müssen. Vor dem Hintergrund der Häufigkeit, mit der Streitigkeiten aus dem Mietrecht vor Gericht landen, ist das Nachdenken über eine Absicherung durchaus sinnvoll. Welche Grenzen sollte man beim Mietrechtsschutz im Auge behalten? Hier nochmal die Leistungen im Überblick:

  • Anwaltskosten und Auslagen bei Mietrechtsstreitigkeiten
  • Gerichtskosten werden übernommen
  • Kosten der Gegenseite im Fall einer Niederlage

Ecken und Kanten im Mietrechtsschutz

Als Versicherungsnehmer genießen Sie auf den ersten Blick mit einer Mietrechtsschutzversicherung eine komfortable Absicherung. Denn teilweise muss es nicht einmal zu einem Verfahren kommen, damit Sie deren Leistungen bereits in Anspruch nehmen können. Beispielsweise decken einige Tarife bereits die Kosten einer Mediation, die beim nachbarschaftlichen Zwist bereits für klare Verhältnisse sorgen kann. Allerdings ist die Mietrechtsschutzversicherung kein Freifahrtschein. Gerade die kleinen und großen Ausschlüsse machen das Durchsetzen von Ansprüchen mitunter schwierig.


Dazu gehört einerseits, dass die Versicherer – wie in anderen Rechtsgebieten auch – nur dann leisten, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Zudem enthält der Mietrechtsschutz, welcher in der Regel meist in den Bereich des Haus- und Grundstücksrechtsschutzes eingebettet wird, weitere spezielle Ausschlüsse – etwa gegen Bergbauschäden oder wenn es zu Streit wegen Bauvorhaben kommt. Davon sind nicht nur angehende Eigenheimbesitzer betroffen. Auch wegen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Umbauarbeiten lehnen die Gesellschaften eine Leistungsübernahme mitunter ab. Hier noch einmal die Stolpersteine im Überblick:

  • Es muss eine Aussicht auf Erfolg bestehen
  • Bergbauschäden und Streit wegen Bauvorhaben sind oft nicht abgesichert
  • Umbauarbeiten mit Rechtsstreit gehören oftmals nicht zum Leistungsspektrum


Tipp: Die gängigen Rechtsschutztarife für Verbraucher decken Risiken aus dem privaten Lebensbereich, die sich aus der Stellung als Mieter oder Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie ergeben können. Als Vermieter fallen Sie aus diesem Personenkreis aber heraus – und können ihre Rechtsschutzversicherung nicht mehr ohne Weiteres beim Streit mit einem Mieter in Anspruch nehmen. Es ist letztlich erforderlich, an dieser Stelle nach speziellen Versicherungslösungen zu suchen, die auf ihre Bedürfnisse in diesem Fall zugeschnitten sind.


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